Alex Braun
Klassischer Synthpop. Sänger Alex kennt man eventuell noch durch !distain aus den 90ern und frühen 2000ern. Der erste Track klingt nach klassischem 80er-Synthpop und wird vom Publikum direkt gut angenommen.
Mit „Tears of Joy“ kommt mehr Tempo ins Set, die Menschen beginnen sich zu bewegen. Alex und Jan geben alles und die Party nimmt Fahrt auf.
Es folgt ein Coversong von The Catch – „25 Years“. Vor allem die älteren Gäste im Publikum haben sichtlich Spaß. Der flottere „Room of Silence“ kommt wiederum bei allen sehr gut an.
Der letzte Song des Sets ist „Der Gedankensammler“. Vom Beat her etwas härter als die vorherigen Tracks, sorgt er endgültig dafür, dass das Publikum warmgetanzt ist und die Stimmung spürbar steigt.
Alles in allem ein sehr gelungener Warm-up für Alienare. Also ab zum Merch, um die Umbauphase zu überbrücken – nicht zuletzt, weil Alex und Jan sich direkt nach dem Konzert an den Merchstand begeben, um sich mit alten und neuen Fans zu unterhalten und Autogramme zu geben.
So geht Fannähe.
Währenddessen frieren sich die Raucher draußen bei ihren Zigarettenpausen den Arsch ab.
Alienare
Heute ist das zweite Tourwochenende der Mea-Culpa-Tour von Alienare. Drummer Tobi ist wieder fit – beim Tourauftakt in Weinheim und Zürich musste er krankheitsbedingt passen. Umso schöner, dass er heute wieder dabei ist.
Viele Fans fragen sich, warum Sänger T. Green seine Frisur geändert hat. Wir haben nachgefragt und eine Antwort bekommen: Die Idee zur neuen Frisur entstand beim Videodreh.
Endlich gibt es Alienare wieder live. Zur Eröffnung erklingen Kirchenglocken und ein epischer Chor, die drei Musiker betreten in grünen Mönchskutten die Bühne – und das Geschrei der Fans beginnt.
„Mea Culpa“, der namensgebende Song der Tour, ist der Opener. Sehr passend gewählt.
Auf der Videoleinwand sieht man Kirchenfenster und einen im Gebet versunkenen Gläubigen. Nahtlos folgt „Lies Lies Lies“, begleitet von einem Soldaten im Schnee auf der Leinwand. Während des Songs wird Wuppertal begrüßt.
T. Green heißt die Fans zur musikalischen Messe in den Hallen des LCB Barmen willkommen. Von nun an ist das Publikum die „liebe Gemeinde“ und hat den Predigern auf der Bühne Folge zu leisten. Alienare sind nichts für langweilige Thekensteher – sie sind eine Mitmachband.
Die vermutlich sehr warmen Mönchskutten verschwinden, und es geht weiter. Nach der offiziellen Begrüßung wird erklärt, dass heute sowohl Greatest Hits als auch lange nicht gespielte Songs performt werden.
Die Fans im LCB sind in sehr guter Stimmung. Es folgt „Departure“, und das Publikum wird zum Mitsingen animiert – natürlich ohne Gesangsbuch. Die Videoleinwand bleibt bewusst aus, damit nichts von Feiern, Tanzen und Klatschen ablenkt.
Es folgt der deutschsprachige „Schlagersong“ mit einer herzzerreißenden Anmoderation, die ich hier nicht spoilern möchte. Gemeint ist „Glaube an dich“. Wer denkt, Alienare auf Deutsch funktioniere nicht, wird hier eines Besseren belehrt.
Die Leinwand ist wieder an und zeigt einen Leuchtturm – ein perfekter Übergang nach dem vorherigen Song. Beim nächsten Track bleibt sie erneut aus. Ehrlich gesagt fragt man sich, ob sie überhaupt jemand beachtet: Für mich sieht es so aus, als hingen alle an den Lippen von T. Green und machen begeistert mit.
Es folgt „Timemaschine“, ein eher selten gespielter Song – zumindest, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Vor der Bühne wird wieder brav mitgesungen, wie es sich für uns Gläubige gehört, untermalt von alten Videoaufnahmen.
In der nächsten Anmoderation wird „Crystalline“ erklärt – eigentlich völlig überflüssig, denn hier weiß jeder, was zu tun ist.
Jan von Alex Braun unterstützt während des Songs T. Imo am Keyboard und löst ihn kurzzeitig komplett ab.
Übergangslos wird zum Refrain von „Mission Abort“ gewechselt. Jetzt heizt T. Imo die Menge endgültig an.
Es wird in Erinnerungen an 2017 oder 2018 geschwelgt. Damals war Alienare Support für Eisfabrik – Jans ehemalige Band. Schon damals hieß es: Alienare, das hat Potenzial. Heute sind sie Headliner.
Mittlerweile ist aus dem Live-Club-Barmen gefühlt der Sauna-Club-Barmen geworden. Zumindest von der Temperatur her.
Bei „Diamonds“ tanzen und klatschen alle, wie es sich für eine Mitmachband gehört. Es folgt eine weitere Anmoderation und T. Imo als Animateur. Alle machen mit. Er ist die allgemeine Klatschkontrolle – wollte er zwar nicht zugeben, aber T. Green hat gepetzt.
Ich glaube, ich habe zu viel getrunken. T. Imo singt „Life Is Life“. Klingt komisch, ist aber so. Zum Glück nur der Refrain. Fast schon Schlager, aber mit guter Stimmung und vielen Lachern.
Bei der Moderation zur Mea-Culpa-EP wird es ernster. Religion kann Leben retten – und Leben nehmen. Eine Ansage, die zum Nachdenken anregt und die ich unkommentiert stehen lassen möchte. Diskussionen über Religionen sind ein sensibles Thema: Jede*r wie er oder sie möchte, solange keine Dritten beeinträchtigt werden.
Der folgende Song „Unforgiven“ passt thematisch perfekt.
In der nächsten Moderation wird die Genesung von Drummer Tobi gefeiert. Danach folgt „Fire“.
Spätestens bei #neon drehen alle komplett auf – ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich das Konzert dem Ende nähert.
Nach „The Arrival“ wird sich fürs Kommen bedankt. Früher war #neon der letzte Song, doch heute geht die Party weiter – und wir Fans nehmen das dankend an.
Natürlich gibt es noch eine Danksagung an alle Anwesenden. Bei „The Sea“ gönnt sich T. Green eine Pause und wird gesanglich vom Publikum getragen. Jedes Bandmitglied wird noch einmal hart gefeiert, bevor es zum letzten Song kommt.
Der Abschluss heißt „Let This Moment Never End“.
Von uns aus dürfte es weitergehen – aber leider ist der Abend schon vorbei. Es folgt der obligatorische Gang zum Merch, um zu shoppen und sich mit der Band zu unterhalten. Mehr Fannähe ist kaum möglich. Wir freuen uns aufs nächste Mal.
Die nächsten Tourdaten:
30.01. Hamburg – Betty
07.02. Eernegem – B52 (Belgien)
14.02. Forst – Manitu
20.02. Göttingen – Exil
21.02. Leipzig – Neues Schauspiel
Geht hin und genießt die Zeit mit Alienare.
Setlist
MEA CULPA
LIES, LIES, LIES
UNFAMILIAR SKIES
ATELOPHOBIA
WHERE THE WATER MEETS THE SKY
DEPARTURE
MIDNIGHT QUEEN
GLAUB AN DICH
LIGHTHOUSE
YOU DON'T FEEL THE SAME
TIME MACHINE
CRYSTALLINE / MISSION ABORT
THE ONE
I ABSOLVE YOU
NEVER BE THE SAME AGAIN
DIAMONDS
PROVIDENCE / MOVE
LIFE (IS TOO SHORT)
UNFORGIVEN
FIRE
#NEON
ARRIVAL
THE COLOUR OF MY SOUL
GREEN LIGHT
EMERALD
THE SEA
LET THIS MOMENT NEVER END
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