Vier Bands, ein Abend und musikalisch keine großen Umwege: Am Samstag, den 29. August 2026, standen Endzustand, Frontmaschine, Frontal und Tension Control gemeinsam auf der Bühne des Club From Hell in Erfurt.

Schon das Line-up machte deutlich, wohin die Reise gehen sollte. Treibende Beats, klare Ansagen und jede Menge EBM – ein Abend, an dem gepflegtes Herumstehen von Anfang an keine besonders realistische Option war.

Der frühe Einlass erwies sich dabei als gute Idee. Im Club gab es nicht nur die Gelegenheit, vor Konzertbeginn noch etwas zu essen, sondern auch reichlich Zeit für Gespräche und Wiedersehen. Genau diese Mischung gehört im Club From Hell irgendwie dazu: Erst wird draußen geredet, später drinnen gemeinsam geschwitzt.

Endzustand


Endzustand eröffneten den musikalischen Teil des Abends und brauchten nicht lange, um den Club auf Betriebstemperatur zu bringen.

Druckvolle elektronische Klänge, harte Rhythmen und eine direkte Bühnenpräsenz sorgten dafür, dass die ersten Besucher schnell den Weg vor die Bühne fanden. Eine längere Aufwärmphase war nicht notwendig. Endzustand machten von Beginn an deutlich, dass dieser Abend nicht leise werden würde.

Ein geradliniger Auftakt und der passende Start für ein Programm, das sich vollständig der elektronischen Härte verschrieben hatte.

Frontmaschine


Mit Frontmaschine ging es anschließend konsequent weiter. Der Name passte dabei ziemlich genau zu dem, was aus den Lautsprechern kam: maschinelle Rhythmen, druckvolle Sequenzen und ein Sound, der ordentlich nach vorne ging. Dabei zeigte sich erneut, dass es für einen wirkungsvollen EBM-Auftritt nicht immer eine überladene Bühnenshow braucht. Frontmaschine hielten das Tempo hoch und lieferten den nächsten schweißtreibenden Abschnitt des Abends.

Frontal


Danach wurde es Frontal – und zwar nicht nur dem Namen nach. Elektronische Härte, markante Beats und eine direkte Performance standen im Mittelpunkt des Auftritts. Der Sound wirkte kantig und kompromisslos, blieb dabei aber jederzeit tanzbar. Genau diese Verbindung funktioniert bei EBM besonders gut: Die Musik drückt nach vorne und das Publikum nimmt den Rhythmus unmittelbar auf.

Spätestens jetzt war klar, dass der Abend sein schweißtreibendes Versprechen mehr als erfüllen würde. Viel Platz für musikalische Zurückhaltung blieb nicht – und das war ausdrücklich positiv gemeint.

Tension Control


Den Abschluss übernahmen Tension Control. Wer bis dahin noch Energie übrig hatte, bekam nun die passende Gelegenheit, sie vollständig auf der Tanzfläche zu lassen. Klassische EBM-Strukturen trafen auf einen modernen, druckvollen Sound. Dazu kamen deutsche Texte, klare Rhythmen und eine Bühnenpräsenz, die hervorragend auf den letzten Platz im Programm passte. Von Müdigkeit war vor der Bühne jedenfalls wenig zu spüren. Statt den Abend langsam auslaufen zu lassen, setzten Tension Control noch einmal einen deutlichen Schlusspunkt. Danach war Durchatmen angesagt.

Viermal EBM ohne Umwege


Der Abend im Club From Hell hielt, was das Line-up versprochen hatte. Vier Bands präsentierten unterschiedliche Spielarten eines Genres, das vor allem dann funktioniert, wenn es laut, direkt und körperlich wird. Gerade solche kompakten Veranstaltungen zeigen, wie lebendig die deutschsprachige EBM-Szene ist und wie viele spannende Projekte es weiterhin zu entdecken gibt. Endzustand, Frontmaschine, Frontal und Tension Control lieferten gemeinsam einen Abend ohne musikalische Umwege. Dazu kamen die vertraute Atmosphäre des Club From Hell, viele Begegnungen und ausreichend Bewegung vor der Bühne.

Am Ende blieben müde Beine, vermutlich das eine oder andere durchgeschwitzte Shirt und die beruhigende Erkenntnis: EBM funktioniert auch 2026 noch immer am besten laut und live.