Zeitreise zurück zu den Wurzeln
Wenn Front Line Assembly eine Tour mit einem besonderen Konzept ankündigen, ist die Vorfreude in der Electro- und Industrial-Szene groß. Unter dem Motto „Wax Trax Era Set“ stand diesmal die frühe Schaffensphase der Band im Mittelpunkt. Für viele Besucher war das die Gelegenheit, Songs zu erleben, die seit Jahren kaum oder gar nicht mehr live gespielt wurden. Den Auftakt des Abends übernahmen Tension Control und I Ya Toyah.
Tension Control
Pünktlich zum Einlass eröffnete das deutsche EBM-Duo Tension Control den Konzertabend. Auch wenn sich die Zeche zu Beginn erst langsam füllte, ließ sich die Band davon nicht ausbremsen und startete mit viel Spielfreude in ihr Set. Im Mittelpunkt standen Songs des aktuellen Albums Freiheit, ergänzt durch bekannte Stücke aus dem bisherigen Repertoire.
Frontmann Michael Schrader nahm kleinere Versprecher mit Humor und sorgte damit für einige Lacher im Publikum. Gerade diese lockere Art machte den Auftritt sympathisch und authentisch. Mit jedem Song füllte sich der Saal weiter und auch vor der Bühne kam zunehmend Bewegung auf.
I Ya Toyah
Mit I Ya Toyah wurde der Abend anschließend deutlich rockiger. Die Künstlerin überzeugte mit einer kraftvollen Mischung aus Industrial Rock, elektronischen Beats und eingängigen Melodien. Von der ersten Minute an war sie ständig in Bewegung und suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum.
Auch wenn sich die Besucher zunächst etwas zurückhaltend zeigten, sprang der Funke schnell über. Spätestens zum Ende ihres Sets hatte sich die Stimmung deutlich gelöst und I Ya Toyah verabschiedete sich unter verdientem Applaus.
Front Line Assembly
Nach einer kurzen Umbaupause war es schließlich Zeit für den Headliner des Abends. Bereits die ersten Töne machten klar, dass Front Line Assembly ihr Tourmotto ernst nahmen. Statt neuerer Songs stand die legendäre Wax-Trax-Ära im Mittelpunkt – sehr zur Freude der langjährigen Fans.
Gemeinsam mit Rhys Fulber präsentierte Bill Leeb ein Set, das tief in die Bandgeschichte eintauchte. Selten gespielte Klassiker wechselten sich mit den bekanntesten Songs dieser Schaffensphase ab. Vor der Bühne wurde getanzt, mitgesungen und jeder Titel begeistert aufgenommen.
Je länger das Konzert dauerte, desto intensiver wurde die Atmosphäre in der Zeche. Bill Leeb zeigte sich bestens gelaunt und suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum, das die musikalische Zeitreise sichtlich genoss. Für viele Besucher dürfte genau diese ungewöhnliche Setlist der Grund gewesen sein, an diesem Abend nach Bochum gekommen zu sein.
Nach gut einer Stunde endete der Abend mit der Zugabe „Nothing Stays“. Zwar hätte das Konzert gerne noch etwas länger dauern dürfen, dennoch blieb vor allem eines in Erinnerung: Front Line Assembly bewiesen eindrucksvoll, dass ihre frühen Werke auch Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung nichts von ihrer Kraft verloren haben und live noch immer für Gänsehautmomente sorgen.
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